Entspannungstherapie

Der erhöhte Leistungsdruck im beruflichen und schulischen Umfeld macht Überbelastung und Entspannung zu einem aktuellen Thema. Immer mehr Menschen erleben Überlastung, wodurch zahlreiche Beschwerden hervorgerufen werden können. Erschöpfungszustände, Ängste und Nervosität sind ein Hinweis darauf, daß unsere Stressbewältigung nicht optimal verläuft. Während der Übung eines Entspannungsverfahrens können aktuelle Spannungszustände oft schnell gelöst und chronische Spannungszustände reduziert werden. Entspannungsverfahren regen die Selbstheilungskräfte an, stärken das Immunsystem und bewirken so eine ganze Reihe positiver Veränderungen des allgemeinen Befindens. Entspannungsverfahren werden als Behandlungsverfahren in der Psychotherapie und allgemein zur Psychohygiene genutzt. Der Einsatz dieser Verfahren erfordert eine sachgerechte Diagnostik.

Diese erprobten Verfahren werden als „Übende Verfahren” bezeichnet. Unter den übenden Verfahren versteht man in der Regel die etablierten Entspannungsverfahren wie z. B. die Progressive Muskelrelaxation und das Autogene Training, die Meditation sowie die Imaginativen Verfahren. Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation (PMR) und Autogenes Training (AT) sind wissenschaftlich gut fundiert; Meditation und Imaginative Verfahren sind in unterschiedlichen Kulturen ausreichend erprobt. Um in den Zustand der Entspannung zu kommen, erlernt der Patient die genannten Verfahren und deren Methoden unter Anleitung des erfahrenen Seminarleiters.

Unter der Maßgabe einer Einzelfallprüfung bei bestehender Grundqualifikation (z.B. Psychologen, Pädagogen, Physiotherapeuten ...) werden diese von den Krankenkassen hinsichtlich des § 20 SGB V (Primärprävention) bzw. von der Kassenärztlichen Vereinigung hinsichtlich des einheitlichen Bewertungsmaßstabs im Bereich übender Techniken als spezifische Qualifikation grundsätzlich anerkannt. Im Mittelpunkt unserer  Entspannungsverfahren steht der Präventionsgedanke.

Autogenes Training

Das Autogene Training ist eine auf Autosuggestion und Selbstkonzentration basierende Entspannungstechnik. Es wurde vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz aus der Hypnose heraus entwickelt, 1926 erstmals vorgestellt und 1932 in seinem Buch „Das autogene Training“ publiziert.

Progressive Muskelrelaxation

Die Progressive Muskelrelaxation wurde – fast zeitgleich mit dem Autogenen Training – von dem amerikanischen Arzt und Physiologen Edmund Jacobson entwickelt. Wesentliches Element der Übung ist die Achtsamkeit des Übenden für die empfundenen Unterschiede zwischen Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen.


Meditationsübungen

Verschiedene Mediationsverfahren basieren auf östlichen Praktiken (ChiKung, Dhikr, Yoga) mit spirituellen Hintergründen. Säkularisiert werden diese heutzutage auf Grund ihrer entspannenden Wirkung praktiziert. Der Meditation werden neben der Entspannungsreaktion weitergehende positive Resultate zur Stressbewältigung zugeschrieben.

Imaginative Verfahren

Phantasiereisen, Kontemplation, Visualisierungen dienen der Vertiefung der Entspannung und sind oft Teil anderer Entspannungsverfahren wie in der Oberstufe des Autogenen Trainings oder in einigen Formen der Meditation.