Vorträge

Mit seiner Vortragsreihe will das NHC verschiedene Zugänge zur Naturheilkunde und den Arbeitsweisen der Komplemtärmedizin ermöglichen. Themen der Vorträge sind u.a.:

Was ist Anthroposophische Heilkunde?

"Um Gesundheit und Krankheit in einem erweiterten Sinne verstehen zu lernen, wollen wir über den sichtbaren Körper hinaus auch die unsichtbaren Glieder der menschlichen Wesenheit kennenlernen und versuchen, ihre Sprache zu deuten, mit der sie unentwegt in die körperlichen Vorgänge hineinwirken. Denn so, wie die Hand zum Arm gehört und der Arm wiederum ein Glied des ganzen Körpers ist, kann auch der Körper selbst erst als ein Glied oder Teil des Menschen betrachtet werden." (Rudolf Steiner)

 

Mitten im ersten Weltkrieg formuliert Rudolf Steiner erstmals die vielleicht bedeutsamste Entdeckung seines Lebens: die Anschauung von der Dreigliederung des Menschen. Diese Entdeckung bedeutet für ihn einen entscheidenden Durchbruch und zugleich eine revolutionierende Wende seiner geisteswissenschaftlichen Forschung. Themen, die Steiner seit über drei Jahrzehnten im Stillen beschäftigt haben, können zur Reife gebracht und veröffentlicht werden. Gleichzeitig beginnt eine neue Phase der anthroposophischen Arbeit, die kraftvoll und wirksam in das praktische Leben eingreifen wird. Die Waldorfpädagogik und die anthroposophisch erweiterte Medizin sind nur zwei Beispiele dafür. Es war im Jahre 1882, in der Zeit von Steiners Studien in Wien. Er betreibt physiologisch-anatomische und psychologische Forschung. Insbesondere geht er der Frage nach, welches Gestaltungsprinzip den einzelnen Leibesgliedern zu Grunde liegt und wie die verschiedenen Bildungen des Leibes – Kopf, Rumpf und Gliedmaßen – miteinander zusammenhängen. Ausgehend von der Pflanzenwelt entdeckt er die zwei Prinzipien des Lebendigen, die nur übersinnlich wahrnehmbare Grundgestalt (Urbild) und deren Metamorphose; beides wendet er auf die leibliche Bildung des Menschen an.

 

Von Rudolf Steiner wurde im letzten Jahrhundert die Anthroposophie als Schulungsweg für den heutigen Menschen geschaffen. Aus einer Menschenerkenntnis heraus, welche die leiblich-seelisch-geistige Ganzheit des Menschen und die Entwicklung des Individuums über die verschiedenen Erdenleben hinweg mit in die Betrachtung einbezieht, konnte er so gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegmann 1924 den Keim für eine moderne erweiterte Heilkunst legen. Hierbei hat er sich zunächst an Medizinstudenten, junge Ärzte und einzelne von ihm persönlich zugelassene in der Heilkunde bewanderte Menschen gewandt, die mit ihren Fragen nach der anthroposophischen Durchdringung ihrer Tätigkeit auf ihn zugekommen waren.

 

Anthroposophische Heilkunde ist heute die Tätigkeit der Anthroposophischen Heilpraktiker. Die Ausübung der Anthroposophischen Heilkunde setzt die bereits erfolgte Niederlassung als Heilpraktiker und somit die Ausübung der Allgemeinen Heilkunde voraus. Durch die hierauf aufbauende Weiterbildung in Anthroposophischer Heilkunde wird diese Tätigkeit anthroposophisch vertieft und erweitert. Bei entsprechender nachgewiesener Qualifikation kann die Zertifizierung in „Anthroposophischer Heilkunde (AGAHP)®“ durch den Berufsverband erlangt werden.

 

Ähnlich wie die von Ärzten ausgeübte Anthroposophische Medizin ist auch die Anthroposophische Heilkunde eine ganzheitlich-integrative Heilweise. Sie beruht auf den heilkundlichen Methoden und besonderen berufsständischen Bedingungen des Heilpraktikers.

 

Die Inhalte der Anthroposophischen Heilkunde wurden und werden vom Berufsverband AGAHP (Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker) erarbeitet und mit der medizinischen Sektion der Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum abgestimmt.

 

Hintergründe und Arbeitsweisen in der Anthroposophischen Heilkunde werden vorgestellt und erläutert.

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl wird um eine kurzfristige Anmeldung gebeten. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle ab sofort entgegen.

Das Gespräch in der Psychotherapie

"Es ist im Leben sehr selten, dass uns jemand zuhört und wirklich versteht, ohne gleich zu urteilen. Dies ist eine sehr eindringliche Erfahrung.“ (Carl R. Rogers)

 

Die personzentrierte Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers (amerik. Psychotherapeut, †1987) geht davon aus, daß der Mensch alle zur Heilung erforderlichen Ressourcen in sich trägt, daß dem Menschen eine „Selbst-Verwirklichungs-” und „-Vervollkommnungstendenz” angeboren ist, die für die Weiterentwicklung und Reifung der Individualität sorgt. Der Mensch ist selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Fragen zu entwickeln. Ein zentraler Begriff seines Persönlichkeitsmodells einer „fully functioning person” ist das Selbstkonzept. Deshalb, so Rogers, muss Psychotherapie vor allem ein günstiges Klima für den gegebenenfalls gestörten natürlichen Regelprozeß schaffen.

 

Rogers beschrieb drei Grundhaltungen:

  • Empathie:: ich versuche, das, was mir mein Klient erzählt und zeigt, in seinem Bezugsrahmen zu verstehen. Nicht wie ich es verstehe, sondern wie er es versteht. Ich versuche, meine Einfühlung so zu richten, dass ich so nah wie möglich an die Art und Weise herankomme, wie jemand in seiner Welt lebt, so gut es mir eben gelingt. Das klingt einfach, ist aber bei Personen, die meiner Welt fern sind, sehr schwer.
  • Akzeptanz: Ohne Bedingungen zu stellen, "leichtgläubig", akzeptiere ich, wie es bei dieser Person ist. Das heisst nicht: einverstanden sein. Aber trotzdem ist immer diese innere Haltung da: aha, so ist das in dir entstanden, erzähl mir, ich will verstehen, worum genau es geht.
  • Kongruenz: Ich bin kein alter ego, kein Spiegel, keine Papagei-Karikatur, ich habe Zugang zu meinem eigenen inneren Erleben, bin mit mir in Kontakt mit dem, was in mir läuft in Bezug auf unser gemeinsames Projekt, in Bezug auf unsere Beziehung. Ich bin jederzeit bereit, das auch mitzuteilen, wenn es dem Prozess dient. Ich bin selber Person, "von Person zu Person" bin ich präsent, gegenwärtig.

 

Diese "korrigierende Beziehung" kann der Person dazu verhelfen, sich nicht abgewertet zu fühlen, selber akzeptieren zu können, was vorher nicht möglich war, auf die Suche zu gehen nach Gefühlen oder Themen, die bedrohlich oder fremd waren. Wahrhaftigkeit zu erleben in diesem realen Kontakt, Selbstbegegnung in einer Begegnung: das ist heilsam.

 

Carl Rogers stellt letztlich fest: "Die erste Bedingung zum Zuhören ist Mut". Wenn ich auf die oben beschriebene Art in einer Beziehung anwesend bin, werde ich verändert. Es gibt einen wechselseitigen Prozess von Entwicklung und Veränderung.

 

In dem Vortrag werden die Hintergründe und die Methoden der Personzentrierten Gesprächstherapie vorgestellt  und an Fallbeispielen verdeutlicht.

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl wird um eine kurzfristige Anmeldung gebeten. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle ab sofort entgegen.

Was macht ein Hypnotherapeut?

Die Hypnosetherapie ist eine psychotherapeutische Methode.

 

Seit über 4000 Jahren nutzen Menschen Hypnose zur Erreichung unterschiedlichster Ziele an. Vielfach ging es dabei um die Heilung unterschiedlichster Erkrankungen. Bestätigt durch viele hundert, großteils empirischer Studien, bedient sich die moderne Hypnosetherapie mittlerweile zahlreicher Interventionstechniken. So kann Hypnose nicht nur bei der Heilung von Krankheiten genutzt werden, sondern ermöglicht als eine effektive Methode für nahezu alle persönlichen Veränderungswünsche probates Mittel.

 

Der Begriff leitet sich von dem griechischen Gott des Schlafes 'hypnos' ab. Es stellt eine Methodik dar, die einen veränderten Bewusstseinszustand, durch Suggestion herbeiführt.

 

Entgegen allen Behauptungen ist Hypnose keine Form von Schlaf oder Bewusstlosigkeit. Das Bild von einem Hypnotiseur, dem wir völlig ausgeliefert sind gibt es nicht. Hypnose ist bei voller Selbstkontrolle eine sanfte ebenso wirkungsvolle Methodik, um Therapieziele zu erreichen.

An Fallbeispielen werden die hypnotherapeutischen Behandlungen für den Zuhörer transparent und nachvollziehbar dargestellt.

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Das innere Kind erleben

"Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen." (Buddha)

 

Ausgangspunkt ist das Konzept eines inneren Kindes in jedem Menschen. Es erlebt das ganze Spektrum intensiver Gefühle wie Freude, Schmerz, Glück und Traurigkeit. Das innere Kind oder unser wahres inneres Selbst lebt in der Sphäre von Sein, Füh- len und Erleben genau wie das kleine Kind, das wir einmal waren. Es ist die Quelle unserer Lebendigkeit, unserer Begeisterungsfähigkeit und unserer Fähigkeit, uns zu wundern und in Erstaunen zu geraten. Wenn dieser innere Persönlichkeitsanteil, unser Wesenskern, sich geliebt und angenommen fühlt, reicht nur ein flüchtiger Kontakt mit ihm, um die Tür zu reiner Lebensfreude zu öffnen. Aus dem natürlichen inneren Kind fliessen unsere Kreativität, unsere Intuition und unsere Fähigkeit, anderen Men- schen zu vertrauen.

 

All diese Qualitäten wurden aber bei jedem von uns im Verlauf der Kindheit durch Verletzungen, Konditionierungen und traumatische Erlebnisse mehr oder weniger verschüttet – der Kontakt zum inneren Kind, zum ursprünglichen Sein, schlicht zu unseren spontanen und echten Gefühlen ist mehr oder weniger verloren gegangen. Das kann sich darin äussern, dass wir uns mit anderen Menschen und der Existenz unverbunden fühlen, ein tiefes Gefühl von Leere, Einsamkeit oder Freudlosigkeit empfinden.

 

In dem Vortrag wird die Arbeit mit dem inneren Kind an Beispielen aus der Praxis vorgestellt und verständlich gemacht.

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Das Bild in der Therapie

"Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen."

 (Theodor W. Adorno, Minima Moralia, Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt/M 1973)

 

 

Malen als Ausdruck von Freude, Sehnsucht, Angst, Trauer oder Wut ist Therapie.

 

Wir malen in der Kunsttherapie. Malen wird in der Therapie genutzt um den momentanen psychischen Standort, unbewusste Strukturen, unverfälscht durch Farben und Formen sichtbar zu machen. Beim Malen entsteht eine Brücke zur eigenen Persona und unserem Schatten. Das Malen ermöglicht uns mehr „Selbst“bewusstsein zu erfahren.

 

„Das Individuum ist mithin sowohl Bild wie Künstler. Es ist der Künstler seiner eigenen Persönlichkeit“ (Alfred Adler)

 

Malen ist eine weitere Facette zur Erkennung von Verhaltensmuster. Ich bin (das Bild). Alle Sinne werden umfassend angeregt und das kreative Schaffen erweitert.

 

Das Hauptinteresse in der Kunsttherapie richtet sich gewiss und zu Recht auf die Prozesse und die Ergebnisse der Hervorbringung von Bildern. Wir sind beeindruckt, fasziniert von der gestalterischen Energie, die sich Bahn bricht, von der verschlüsselten Eigentümlichkeit der Werke. Der Atem des Schöpferischen, die scheinbare Unbedingtheit, die verborgene Bedingtheit der Kreation fesseln und befreien. Das Archaische und Anarchische der Künste ist im Spiel, tritt ins Leben.

 

Der Vortrag zeigt anhand von Bildern aus der Therapie und klassischen Kunstwerken die Wirksamkeit der Kunst in der Therapie.

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Leben im Alter

Aporetik in der Therapie: Diagnose und Therapie in der Geriatrie und Gerontopsychiatrie

„Es scheint mir grundsätzlich notwendig, Gegensatz- bzw. Widerspruchsmodelle zu entwickeln, d.h. dialektisch zu verfahren und – über Schwierigkeiten hinaus – die Unlösbarkeit von Problemen nicht zu verschweigen. Richtiger sollte ich sagen: die Unmöglichkeit, richtige Entscheidungen oder Lösungen zu erreichen.“ (Klaus Matthies)

 

Die demographische Entwicklung verändert unsere Lebensverhältnisse nachhaltig.

 

Mit steigender Lebenserwartung wächst die Wahrscheinlichkeit, gegen Ende der Lebenszeit auf pflegerische Hilfe angewiesen zu sein. Der Bedarf an medizinisch-therapeutischer Hilfe steigt dramatisch an, vor allem begegnen wir in wachsendem Maße Senioren, die unter psychiatrischen Altersproblemen zu leiden haben und dringender Pflege und Hilfe bedürfen.

Es besteht ein steigender Bedarf an professionellem Umgang mit der seelischen Befindlichkeit des pflegebedürftigen Menschen.

 

Bilder sprechen Gefühls- und Erlebnisbereiche an, die sich einem Zugang durch Sprache verschließen. Dies lässt sich z.B. in der Kunsttherapie für Menschen mit Demenz, deren Sprachvermögen im Rahmen der Erkrankung abnimmt, in besonderer Weise nutzen.

 

In dem Vortrag wird zum einen ein Überblick über die unterschiedlichen Ursachen der Demen zu gegeben und zum anderen werden anhand von Beispielen aus der täglichen Praxis Chancen aber auch Grenzen der Kunsttherapie mit an Demenz Erkrankten dargestellt.

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl wird um eine kurzfristige Anmeldung gebeten. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle ab sofort entgegen.